Testimonals | Press & News

Brigitte Borchardt-Birbaumer

September 2001

Es ist eines der permanenten Themen der Kunstgeschichte; berühmte Menschen (Männer und Frauen) in Art Katalogen zusammenzufassen und ihre Geschichte wie ihr Gesicht für die Nachwelt zu überliefern. Schon aus der Antike stammt der Begriff Amazonen für ein legendäres Volk von kriegerisch geschilderten Frauen und ihren Königinnen, die seit Homer bei Diodor, Strabon, Plutarch, Plinus, Polybius und Appian in der Literatur der bildenden Kunst auftauchten. Ein frühes Beispiel eines zum Teil mythischen, zum Teil historischen Frauenkatalogs ist der zu wenig bekannte griechische Fries des Heroons von Trysa im Kunsthistorischen Museum. Das Mittelalter aktualisierte den Kanon um neue christliche Heldinnen und Königinnen; Boccaccio schreint dann in der Renaissance die Überlieferung in „De claris mulieribus“ auf. Seit damals ist der Blick auf die Listen nicht weniger misgyn geworden und auch noch an der Schwelle in 21. Jahrhundert muss um Objektivität in Sachen des legendären „Mutterrechts“ gekämpft werden. Darum nimmt die Frohnerschülerin Nina Maron hauptsächlich Beispiele, die seit der französischen Revolution um die Befreiung der Unterdrückten (Sklaven, Arbeiter und Frauen) bemüht waren. Die Thematik reiht sich folgerichtig in das feministisch und politisch engagierte Werk der Künstlerin ein und auch der Stil ihrer Malerei setzt sich fort: Pastoser Auftrag, starke Rot-Blaukontraste, mit dem Pinsel Umrisslinien nötigster Typisierung ohne illusionistische Ähnlichkeit sowie herunterrinnende Farbpartien sind beibehalten worden. Zu diesen Stilmitteln der „Neuen Wilden“ oder der amerikanischen „Bad Painting“ kommt der Zug spontan erzählter Comics, obwohl auch Erinnerungen an spätgotische Holzschnitte und expressionistische Grafik vorhanden sind. Streifen von Rot und Blau ziehen sich quer durch die Gesichter vor meist weissen Hintergrund, der jegliche Räumlichkeit verweigert. Dazu sind die Gesichter meist dunkel und überschneiden den Rand der mittelgroßen Bildformate.

Brigitte Borchardt-Birbaumer

Ingrid Raab

More me less we

Nina Maron liebt das Subversive an ihrem Beruf. Anstatt vordergründig schnelle Lösungen zu suchen, malt sie Bilder, die komplexe Sachverhalte so auf die Spitze treiben, so dass sie deren absurden Charakter freilegen. Ob es neue, rückwärts gewandte Gesetze für die Frauen in Afghanistan sind oder die Arbeitnehmerinnendiskriminierung bei Lidl in Österreich, sie ergreift den Farbpinsel mit schrillem ROSA, um ihrer Kritik Ausdruck zu geben. Subversiv sind die Bilder auch, weil sie trotz ernsten Inhalts wieder einmal wunderschön sind. Es liegt klar auf der Hand, dass Nina Maron keine eindeutigen Antworten gibt. Ihre Bilder sind wie innere Dialoge, die den Betrachter mit einbeziehen und zur Stellungsnahme herausfordern. Aus der Frage, more me-less we spricht auch Selbstkritik und die Aufforderung, sich von ihrer Meinung auf eigene Art und Weise ruhig einmal zu entfernen. Sie kann nur von sich selbst ausgehen, das liegt in der menschlichen Natur begründet, es wird sie aber sicher freuen, wenn wir ihr zustimmen oder mit ihr den Dialog aufnehmen. Schon der Blick zurück auf die Bilder zeigt auch, wie gut es tut, dass Probleme erst einmal offen zu Tage getreten sind: trotz jahrelanger Kämpfe für mehr Freiheit geht es den Frauenrechten in Afghanistan schlecht, die Verkäuferinnen bei Lidl befinden sich in einer gleichermaßen erniedrigenden Situation, wie ist es heute eigentlich um die Gleichberechtigung bestellt? Zwar beschäftigt jede Frau diese Frage von Zeit zu Zeit, so auch Nina Maron, die Malerin, und nicht aus egoistischen Gründen. Denn jedes Bild beweist bei näherem Hinsehen, dass Nina Maron nicht über eigenen Problemen brütet, sondern mit ihrer Sensibilität als Frau nach zu empfinden sucht, wie man sich in einer Situation fühlt, die diskriminierend ist, unmenschlich, die die Entfaltung des eigenen Lebens behindert. Oft tut sie das mit leichter Hand, mit Humor und Selbstironie, was eine Stärke ist, denn es erlaubt dem Betrachter ein unbefangeneres Herangehen an die Werke. Da ist zum Beispiel der Blick Nina Marons auf zwei berühmte Filmschaupielerinnen, deren Schicksal bei genauerem Hinsehen nachdenklich macht: Audrey Hepburn, eine großartige Schauspielerin, die sich für die Menschenrechte einsetzte, Hedy Lamarr, eine unbequeme Schauspielerin, die so schön war, dass sie mit ihrem Aussehen Mode machte, weniger bekannt ist ihre Rolle als Nazigegnerin, als Erfinderin der Funkfernsteuerung für Torpedos im Jahr 1942. Wer vorher glaubte, über glamouröse Welten schon den ganzen Menschen erfasst zu haben - kann nun bei näherem Hinsehen die andere, verborgene Seite eines Menschen entdecken und daraus ganz andere Schlüsse ziehen. Deshalb entstehen bei Nina Maron ganze Serien von Portraits der Audrey Hepburn und der Hedy Lamarr, nicht ein, sondern viele Spiegelbilder der menschlichen Seele. Man erfährt so auch vieles darüber, wie leicht man ein zu einseitiges Bild von einem Menschen hat und wie lohnend es ist, viele Facetten des Daseins zu erforschen. Wir wissen bereits von Nina Maron, dass sie aus einer scheinbar unerschöpflichen Quelle von Bildideen schöpfen kann. Dabei hat sie sich oft über Figuren an ihr Thema heran getastet, hinter der Pose eines rosaroten Panthers oder der Mickey Mouse vorsichtig und voller Humor ihre Inhalte freigelegt. Inzwischen geht sie ihre Themen noch direkter an, hat eine gewandtere Bildsprache erarbeitet, die ihr viel größere Freiheit geben, sich an schwierige Themen heran zu wagen, ohne dabei ihren Charakter verbergen zu müssen: sie bleibt eine engagierte Verfechterin der Menschenrechte, sie hat eingesehen, dass Freiheit immer wieder neu erkämpft sein will und sie hat inzwischen größere Mittel, diese Aufgabe zu bewältigen, sie ist mutiger geworden. Stellvertretend hat Nina Maron sich der Rechte der Frauen angenommen. Deshalb haben wir uns besonders gefreut, dass Alice Schwarzer sich entschlossen hat, Werke der Künstlerin zu sammeln. Alice Schwarzer hat wie Nina Maron an der Ernsthaftigkeit ihres Anliegens niemals Zweifel aufkommen lassen. Sie ist eine Kämpferin, die nie aufgibt, dabei hat sie Humor entwickelt, der Respekt einflößt. Von Generation zu Generation sind die Themen der Freiheit andere, der Weg, diese Freiheiten zu erringen, ähnelt sich. Für Nina Maron ist diese Geste von Frau Schwarzer jedenfalls eine große Selbstbestätigung. Ingrid Raab

Ingrid Raab

September 2001
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Mit Nina Maron erleben wir eine selbstbewußte Vertreterin der jüngsten Künstlerinnengeneration, auf die wir hier in Berlin förmlich gewartet haben. Der österreichische Humor ist bei uns beliebt, weil er im Gegensatz zum Berliner Humor leichter, schärfer und selbstkritisch ist. Hier geht es um die feinen Unterschiede. Deshalb entstehen immer mehrere kleinformatige Gemälde zu ein und derselben Figur. Äußerlich hinter kräftiger energischer Malweise verborgen, sieht man schon beim ersten näheren Hinsehen, daß es bei den kleinformatigen Bildserien der Daisy Dominas, Ärztinnen, Lucies, Rebellinnen, Romy Schneider oder Underwear auf die vielen feinen Nuancen ankommt. Schön, könnte man sagen, wie im Comic. Aber Nina Maron erzählt keine Geschichten, über die man am Ende lacht, sie beobachtet Personen, sieht sie von verschiedenen Seiten, stellt sie in ein sympathisches Licht, tritt zurück und läßt uns Platz, das Ganze anzusehen. Im Gegensatz zur Geschichte, die mit einer Pointe, einem Debakel, tragisch, komisch oder tragikomisch enden kann, gibt es hier kein Anfang und Ende. Der Blick fällt auf eine Ärztin, auf die nächste und übernächste und kann sich dem Vergleich, dem Rückblick, dem Charakter der anderen nicht entziehen. Damit hat Nina Maron, scheinbar spielerisch, eins der großen Ziele der Malerei erreicht: sie gibt nur wenig von den Personen preis, wahrt deren Geheimnis, macht den Betrachter der Werke aber gleichzeitig neugierig, hinter das Geheimnis dieser spielerisch und mit Humor gemalten Personen zu kommen. Warum kann man sich keine dieser Frauengestalten ohne die anderen vorstellen, warum verspürt man diese Neugier, sie gleichzeitig zu beobachten? Überzeugender kann man gar nicht darstellen, wie falsch es wäre, einen Menschen nur aus einer Sicht zu beurteilen. Um Sympathie zu entwickeln, geht es vielmehr um viele Seiten desselben Menschen, wobei Nina Maron eigentlich immer für die vorteilhaften, liebevollen Seiten wirbt, vielleicht auch deshalb, weil bei Lucie oder den Rebellinnen schon genug negative Ansichten vorherrschen. Schließlich geht es um aufmüpfige Frauen, die es immer wieder schaffen, Männer zur Verzweiflung zu bringen, manchmal ohne jeden Grund. Sie sind doch gar nicht so, schaut doch einmal genau hin, sie haben auch sehr sympathische Züge, sagt Nina Maron. Man glaubt es ihr sofort und fühlt sich zu den Frauen hingezogen. Ingrid Raab

Phillipp Reichl

Title description, Dec 7, 2017
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Sehr geehrte Damen und Herren, Auf der Homepage der Künstlerin Nina Maron findet sich unter der Rubrik reviews eine abgedruckte Rede des Schriftstellers Peter Turrini, demnach Freund der Familie Maron, zum Anlass der 1998 stattgefundenen Einzelausstellung der Künstlerin in der Galerie Lang. In dieser Rede wird eine für männliche Vorredner wesentliche Vorsichtsmaßnahme getroffen, die ungefähr so lautet: „Wenn Nina Marons Kunst ausschließlich feministisch wäre, würde ich sie bewundern, aber meinen Mund halten.“ Und Turrini weiter: „Ich glaube aber, ihre Bilder sprechen zu uns allen.“ Das sollte auch für die heutige Veranstaltung gelten, wie auch der Pressetext schon sagt: „We Can Do It!“ sollte ein Aufruf sein. Der übrigens Männer genauso angeht. Meine sehr verehrten Damen und Herren, die europäische Kunstgeschichte wird von Männern dominiert. Während die abertausend badenden Nymphen von Rubens bis Picasso (bis Adolf Frohner) von männlicher Hand modelliert sind, sind auf der künstlerischen Seite Frauen wenig repräsentiert. Zwar dokumentiert Plinius der Jüngere bereits um das erste Jahrhundert nach Christus eine Liste von Malerinnen des klassischen Griechenlands, aber erst den bildenden Künstlerinnen des späten 19. Jahrhunderts, allen voran der Amerikanerin Mary Cassatt und der Französin Berthe Morisot wird verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt. Die Themen der beiden Frauen bleiben jedoch aus emanzipatorischer Sicht ernüchternd: Familienportraits, Mutter und Kind, die lesende und die nähende Frau. Motive, die tief im konservativen 19. Jahrhundert verankert sind und nicht gerade der selbstbewussten femme fatale entsprechen, welche man in den Romanen der wiederum männlichen Autoren Gustave Flaubert und Emile Zola wieder finden würde. Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts ist bisher der tragischste Abschnitt in der Geschichte. Trotz der Überzahl der Millionen Verfolgten und Ermordeten scheinen die vor allem kriegsfreien Zeiten dieser Jahrhunderthälfte neu erlangte Freiheiten für bestimmte Künstlerinnen und weibliche Intellektuelle zu bieten. Dazu ein paar Namen: Der Moderne Tanz erlebt Anfang des Jahrhunderts mit der Amerikanerin Isadora Duncan seine Geburtsstunde, die englische Schriftstellerin Virginia Woolf schreibt in den Zwanziger Jahren die autobiographisch geprägten Romane Mrs. Dalloway und To the Lighthouse, die französische Philosophin Simone de Beauvoir verfasst 1949 ihr Hauptwerk Das andere Geschlecht, und die Malerin Maria Lassnig stellt ab 1948 ihre ‚Körperbewusstseinszeichnungen’ aus, eine Malerin, die in der Folge die abstrakte Kunst in Österreich und international wesentlich mitgestalten wird. Von anderen großartigen Künstlerinnen der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts hören wir nicht viel: Wer kennt schon Helene Funke? Dieser Frau, die früher als viele ihrer männlichen Kollegen moderne Kunst aus Frankreich für den deutschsprachigen Raum rezipiert hat, wurde erst vor kurzem eine Retrospektive im Lentos Kunstmuseum Linz gewidmet. Eines ihrer Bilder, mit dem Titel ‚In der Loge’, zur Zeit im Unteren Belvedere ausgestellt, in der zwei Frauen, ohne graziösen Pathos und Manieriertheit, den Betrachter herausfordernd anblicken, während eine dritte mit einem Opernglas in der Hand nach Personen in den oberen Reihen sucht, hat eine auch für heutigen Abend wesentliche Bedeutung: Nicht nur, wer malen darf, ist die Frage, sondern auch, wer schauen darf. Als ich Nina Marons Bilder zum ersten Mal gesehen habe, fiel mir ein fröhlicher Gesamteindruck auf, der nicht einfach Anklage gegen Ungerechtigkeit erhebt, sondern eben auch diese Frage in den Raum stellt. Von Pop-Art Unterwäsche bis zur Comic-Domina spannt die Künstlerin einen Bogen bis hin zu kritischen Auseinandersetzungen mit dem Muttertag. Die Formmittel sind ebenso vielfältig wie die Interpretationen sein können. Langeweile ist nicht möglich. Meine sehr verehrten Damen und Herren, lassen Sie mich noch die Einleitung zur Arbeit von Nina Maron mit einer letzten Assoziation abschließen. Die amerikanische feministische Philosophin Judith Butler schreibt in ihrem 1995 erschienen Artikel "For a careful reading", dass es neben dem Widerstand gegen die Festschreibungen, wie eine Frau zu sein hat, es vor allem auch wichtig ist, die Möglichkeiten, was es heißt, eine Frau zu sein, zu erweitern. Nicht umsonst forcieren die Gender Studies neuerdings verstärkt das Bewusstsein des Doing Gender, das mehr oder weniger selbstbestimmte "Tun von Geschlechterrollen", und nicht bloß die Tatsache, lebenslang in diese Rollen gezwungen zu sein. Kunst ist nur eine, wohlgemerkt besondere Art, diese Möglichkeiten zu erweitern. Anderen, die in ihren Möglichkeiten eingeschränkter sind, sollte zu diesem Anlass nicht nur ideell, sondern auch mit dem Verkauf dieser Kunst, finanziell geholfen werden. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen unterhaltsamen und Möglichkeits-erweiternden Abend mit We can do it! – Nina Maron.

Peter Turrini

Rede über Nina Maron anläßlich einer Vernissage in der Galerie Lang, am 1. Oktober 1998

Liebe Versammelte!

Mit der Nina Maron verbindet mich vor allem und zuvorderst ihr Vater, der Sigi Maron. Den habe ich vor langer, langer Zeit kennengelernt, unermüdlich fuhr er im Rollstuhl durch die Lande und sang sein Lied und sein Leid, von großen und kleineren Bühnen herunter. Es waren keine wehleidigen Lieder, die er sang und manchmal schrie, es waren poetische, anklagende, auch bösartige und hinterfotzige Balladen über den leidvollen Zustand der Welt, über die große Ungerechtigkeit. Warum ich Ihnen bei einer Vernissage seiner Tochter Nina Maron etwas über ihren Vater erzähle, werden Sie gleich verstehen: Indem ich den alten Sigi beschreibe, sage ich durchaus etwas über die junge Nina. Es muß so etwas wie eine Maronsche Familienkrankheit geben, denn in all den Bildern von Nina Maron finde ich den Mut, den Aufschrei und die Hinterfotzigkeit der Maronschen Kunstäußerung wieder. Durch nichts war der Sigi von seinem großen Thema, der Frage nach der Gerechtigkeit, die er in allen Varianten stellte, abzubringen, auch wenn der Wind und die Winde immer stärker von rechts bliesen. Er blieb ein poetischer Sturkopf, ein politisches Fossil, ein mutiger Mensch. Und wenn die Nina Maron ganze Serien von Büstenhaltern, Unterkleidern, rosaroten Panthern und Micky Mäusen malt, dann ist auch das eine Sturköpfigkeit, die mir sehr gefällt. Längst hat die Hochgeschwindigkeitsgesellschaft ihr Tempo auf die Kunst übertragen: Wer bei einem Thema bleibt, wer eine Sache nachhaltig vertritt, wer sich in diese vertieft, ist eigentlich schon out. In einer Scherbenwelt, in der sich alles nebeneinander und aufeinander häuft, in der alles von gleicher Gültigkeit ist, und damit alles gleichgültig ist, ist eine engagierte Malerin, die ihr Thema konsequent verfolgt, eine Provokation. Das Thema der Nina Maron ist ein radikal menschliches: die Entstellung, die Verstellung, ja, die Vernichtung des weiblichen Menschen durch Äußerlichkeit, durch Dekor. Wie ein Schild, wie ein fischbeinerner Panzer, spannen sich die starren Büstenhalter und Unterkleider über ihre Frauenfiguren, bis von den Frauen nichts mehr übrigbleibt. Und bleibt doch noch eine Frau übrig, dann sieht sie aus wie Micky Maus und hat Besen und Schaufel in der Hand, steht da wie eine abgerichtete Puppe, sieht aus wie ein eingefangener rosaroter Panther ... da in der Maronschen Kunstäußerung die ernstesten Dinge immer auch witzig und aberwitzig erscheinen, kann man sagen: Nina Maron malt schreckliche und lustige Bilder, also schrecklich lustige und vor allem wahre. Ich finde, die Männer sollten sich nicht zu Anwälten von feministisch engagierten Frauen machen; wäre Nina Marons Arbeit eine ausschließlich feministische, würde ich sie bewundern und im übrigen meinen Mund halten. Ich finde, sie spricht in ihren Bildern zu uns allen. Die Reduzierung des Menschen durch Korsette, buchstäbliche und gedankliche, ist ein umfassendes, Frauen und Männer einschließendes Thema. Nina Marons Bilder beschreiben nicht mehr und nicht weniger als das Verschwinden des Menschen hinter der Fassade, hinter dem Klischee, hinter dem Dekor. Jetzt bin ich seit über fünfundzwanzig Jahren mit der Familie Maron befreundet und darüber bin ich schon sehr froh. Daß sich die Sigi-Maronsche Krankheit auf die Tochter übertragen hat, macht mich mindestens ebenso froh. Ich wünsche der Nina Maron eine große Zukunft in der Malerwelt, ein großes Talent und einen großen Mut hat sie ja schon. Danke fürs Zuhören.
Peter Turrini

Nina's Artificial Fake News

Don't drink water, fish fuck in it

W.C.Fields (1880-1946)

Nina Maron aktuell ...

Galerie Hofkabinett Linz, 13.9.-13.10.2018

Galerie Lang Wien, Oktober 2018

Kunsthaus Klüber, Weinheim, 2019

Aufgereiht

Ingrid Raab, Morwe

Brigitte Borchardt-Birbaumer

Phillipp Reichl

DieStandard

Peter Turrini, Laudatio